Notizen aus der Neupetershainer Lesestube (XI)

   Unter Beachtung der bekannten Vorsichtsmaßnahmen kann man wieder mittwochs zwischen 14.00 Uhr und 18.00 Uhr die Neupetershainer Lesestube besuchen. Gedränge ist zwar nicht zu befürchten, dennoch ist eine telefonische Anmeldung unter 0151 51381261 empfehlenswert.

   Die heutige Buchvorstellung und –auswahl dreht sich um den Buchstaben „L“. Die schwedische Schriftstellerin Selma Lagerlöf (1858 – 1940) ist eine der bekanntesten ihres Landes. 1909 erhielt sie als erste Frau den Nobelpreis für Literatur. Im Reclam-Bändchen „Erzählungen“ mit 17 Kurz-geschichten erschließt sie uns ein farbenfrohes Bild vom schwedischen Landleben.

   Der erste Schriftsteller von größerer Bedeutung in der englischen Literatur des 20. Jahrhunderts, der aus einer Arbeiterfamilie stammte, ist David Herbert Lawrence (1885 – 1930). Mit dem Roman

„Lady Chatterley“ schuf er ein beeindruckendes Sittenbild überspannter englischer Intellektueller, in deren Kreisen das Thema Liebe zwar immerfort diskutiert wird, aber echte Gefühle eher selten sind.

Wegen der freizügigen Darstellung der Liebesszenen wurde D. H. Lawrence seinerzeit heftig ange-griffen.

   Siegfried Lenz (1926 – 2014), deutscher Schriftsteller und Essayist, schrieb mit „Fundbüro“ einen einnehmenden, souverän erzählten Roman voll menschlicher Anteilnahme und liebenswertem Witz. Vom erfolgreiche Autor S. Lenz außerdem bei uns auszuleihen:

„Exerzierplatz“ (Roman)

„Die Klangprobe“ (Roman)

„So zärtlich war Suleyken“ (Erzählung)

   Die englische Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin (2007) Doris Lessing (1919 – 2013) erzählt in „Hunger“, wie ein 16-hähriger Schwarzer den elterlichen Kral in Südafrika verlässt, um in der Stadt seinen leiblichen Hunger und den nach Wissen und Selbstverwirklichung zu stillen. Die Erzählung beeindruckt durch die tiefen Kenntnisse der Autorin über die Lebensbedingungen und

-auffassungen der Afrikaner.

   In seinem Roman „Istanbul war ein Märchen“ führt uns der türkische Schriftsteller Mario Levi (*1957) durch die steilen, verschlungenen Gassen der Stadt, in der er aufgewachsen ist, und erzählt vom Miteinander von Griechen, Armeniern, Türken und Juden, die seit mehr als 500 Jahren auch am Bosporus eine neue Heimat gefunden haben.

   Sinclair Lewis (1885 – 1951), US-amerikanischer Schriftsteller und Nobelpreisträger für Literatur (1930), ist in der Lesestuben mit dem Roman „Babbitt“ über den gleichnamigen Geschäftsmann vertreten.

   Charlotte Link (*1963) gehört zu den kommerziell erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen. Ihr Roman „Sturmzeit“ beginnt im Sommer 1914. In Europa gärt es, doch auf dem Familiengut der Degnellys in Ostpreußen scheint noch Zeit zu sein für Idylle und Plänkelchen … Im Regal gleich daneben stehen sieben weitere Romane von Charlotte Link.

   Wolfgang Lohmeyer (1919 – 2011) ist uns eher als Schauspieler, denn als deutscher Schriftsteller bekannt. Er schuf mit der Trilogie „Die Hexe“, „Der Hexenanwalt“ und „Das Kölner Tribunal“ ein lesenswertes und spannendes Zeugnis des Hexenwahns in Deutschland. Pater Friedrich Spee gehört zu den Wenigen, die an die Unschuld der verfolgten Frauen glauben und er will dem Wüten der Richter und Folterknechte endlich Einhalt gebieten.

   Iny Lorentz ist ein Pseudonym des deutschen Schriftstellerehepaars Iny Klocke (*1949) und Elmar Wohlrath (*1952). Sie haben sich dem historischen Roman verschrieben. Zu den bekanntesten gehören die sechs Bände um das wechselvolle und bewegende Schicksal der Wanderhure Marie:

„Die Wanderhure“ (1. Band)

„Die Kastellanin“ (2. Band)

„Das Vermächtnis der Wanderhure“ (3. Band)

„Die Tochter der Wanderhure“ (4. Band)

„Töchter der Sünde“ (5. Band)

„Die Rache der Wanderhure“ (6. Band)

Von Iny Lorentz sind neun weitere historische Romane vorhanden.                                   Jürgen Pufe

                               Notizen aus der Neupetershainer Lesestube (X)


   Um die Vorfreude aus das hoffentlich baldige Ende der Corona-Zwangspause zu erhöhen, stelle ich heute die Belletristik-Abteilung „I bis K“ vor.
   Der britische Schriftsteller und Dichter Joseph Rudyard Kipling (1865 – 1936) erhielt 1907 als erster englischsprachiger Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur. Eines seiner bekanntesten Werke ist „Das Dschungelbuch“, eine Sammlung von Erzählungen und Gedichten in zwei Bänden. Die vor allem für Kinder und Jugendliche geschriebene Erzählung vom Findelkind Mogli aus dieser Sammlung ist deshalb als eine besonders schön gestaltete Buchausgabe bei den Kinderbüchern zu finden. Von Kipling außerdem bei uns zu finden: „Die schönste Geschichte der Welt“.
   Heinz G. Konsalik (1921 – 1999) gehört mit 85 Millionen verkaufter Bücher zu den kommerziell erfolgreichsten deutschen Schriftstellern. Seine zahlreichen Romanen, von denen 42 bei uns zur Ausleihe bereitstehen, befassen sich mit den Themen Liebe, Familie, Arzt und der Sinnlosigkeit des Krieges. Aber: Bei aller Sympathie für seine interessanten und unterhaltsamen Bücher sollte man gelegentliche sexistische, antisemitische und nationalistische Tendenzen in Konsaliks Ausdrucks-weise und Handlungsführung nicht kritiklos überlesen. „Der Arzt von Stalingrad“ ist einer seiner erfolgreichsten Romane. Er handelt von einem deutschen Lagerarzt in einem sowjetischen Kriegsgefangenenlager nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Roman wurde 1958 mit O. E. Hasse in der Titelrolle verfilmt. Im gleichen Band: „Das Herz der 6. Armee“, ein Kriegs-, Arzt- und Liebesroman aus dem Jahr 1964 über das Schicksal der Angehörigen der 6. Armee in einer der größten Material-schlachten des Zweiten Weltkrieges. „Liebesnächte in der Taiga“ (1965) ist ein Spionage- und Liebesroman mit dem Untertitel Ein deutscher Spion auf der Flucht und gehört zu den populärsten des Erfolgsschriftstellers.
   Der US-amerikanische Schriftsteller Dean Ray Koontz (* 1945) zählt im Bereich spannender Fantasy- und Science-Fiction-Romane zu den erfolgreichsten lebenden Autoren. In „Mitternacht“ befasst er sich mit einem möglichen Missbrauch von Mikroelektronik und Biotechnologie. Im gleichen Band ist der Roman „Das Versteck“ enthalten, in dem der Autor sich mit dem Thema Reanimation und Telepathie befasst. Und im Roman „Ort des Grauens“ geht es nicht nur fantastisch, sondern auch gruselig beim Kampf zwischen Gut und Böse zu.
   Vom bekannten Meister des Horror-Romans, Stephen King (*1947), stehen 17 Bände zur Ausleihe bereit. Im Foto ist „Das Monstrum“ vorgestellt: In einem verrufenen Wald nahe der Stadt Haven wird ein geheimnisvolles Ding gefunden und mit seiner Entdeckung hält das Grauen Einzug …
   Im Norden Thüringens mit Blick auf den Harz lebt die deutsche Autorin Johanna Marie Jakob und ist von der sie umgebenden Historie fasziniert. Also schreibt sie fesselnde historische Romane. In
„Das Geheimnis der Äbtissin“ (2013) geht es um Verrat und Intrigen am deutsch-römischen Kaiserhof des 12. Jahrhunderts.
   John Irving (*1942) ist ein US-amerikanisch-kanadischer Schriftsteller, dessen Romane sich durch oftmals skurrile und makabre Begebenheiten auszeichnen, die wiederum ins Urkomische übergehen können. Sein Entwicklungsroman „Die vierte Hand“ ist eine ungewöhnliche Familiensaga, eine Geschichte von Trauer, Verlust und der Kraft der Liebe.
   Der polnische Schriftsteller Jozef Ignacy Kraszewski (1812 – 1887) ist durch seine Serie historischer Romane („Die Geschichte Polens“) die Sachsentrilogie bekannt geworden. Zur Trilogie gehört der Roman „Aus dem Siebenjährigen Krieg“: Die diplomatischen Beziehungen zwischen Sachsen und Preußen sind 1757 auf einem Tiefstand angelangt. Der junge Schweizer Max de Simonis wird nach Sachsen geschickt, um Informationen nach Berlin zu liefern. Auf dem spiegelglatten höfischen Parkett in Dresden gerät er in das undurchsichtige Netz von Intrigen, Amouren und Geheimpolitik und unweigerlich mitten zwischen die Fronten.

Jürgen Pufe, 01.05.2021

 

Notizen aus der Gemeindebibliothek Neupetershain (IX)

   Für alle großen und kleinen Leserinnen und Leser, die es noch nicht wissen: Wir sind mit allen 6868 Büchern und 35 Regalen im Schulgebäude, Schulstraße 4, in den 1. Stock umgezogen. Ich hoffe, dass die Corona bedingte Schließung bald wieder aufgehoben werden kann. Bei Fragen rufen Sie bitte die 0151 51381261 an.

   Mit der Vorstellung einiger Schriftsteller und ihrer Werke sind wir inzwischen bei „H“ angelangt, weshalb ich gleich mit einem der erfolgreichsten, bekanntesten und meistgelesenen US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts beginne:

   Ernest Miller Hemingway (1899 – 1961)). Nach Erscheinen seiner Novelle „Der alte Mann und das Meer“ erhielt er 1953 den Pulitzer-Preis und ein Jahr später den Nobelpreis für Literatur. Hemingways Erlebnisse und Abenteuer als Reporter. Kriegsberichterstatter, Hochseefischer und Großwildjäger widerspiegeln sich in seinen literarischen Werken.

   Im Buch „Die Stories“ erzählt uns Hemingway 49 spannende Geschichten, darunter die bereits erwähnte und weltberühmte vom „Alten Mann und dem Meer“. Aus dem überaus reichen literarischen Erbe des Nobelpreisträgers Hemingway finden Sie bei uns unter „H“ außerdem die folgenden Romane:

Fiesta“ – Paris nach dem ersten Weltkrieg.

In einem anderen Land“ – Antikriegsroman aus dem Jahre 1929.

Der Garten Eden“ – autobiographisch gefärbter Roman, 1946 angefangen.

Inseln im Strom“ – Lebensstationen des Malers Thomas Hudson, hinter dem sich Hemingway selbst verbirgt.

Die grünen Hügel Afrikas“ – Abenteuer in Ostafrika, Serengeti-Ebene und Bergland am Kilimandscharo.

   Auf dem Foto sind zwei weitere Literatur-Nobelpreisträger vertreten: Hermann Hesse (1877 – 1962), deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Maler und Knut Hamsun (1859 – 1952), ein norwegischer Dichter und Schriftsteller.

   Heinrich Heine (1797 – 1856) war einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Schriftsteller und Journalisten des 19. Jahrhunderts. Er machte die deutsche Alltagssprache lyrikfähig, wovon der Band „Gedichte und Verse“ diejenigen überzeugen könnte, die polemische oder satirische Lyrik mögen.

   Der große französische Romancier Victor Hugo (1802 – 1885) ist mit seinem weltbekannten Romanwerk „Die Elenden“, Bände 1 bis 3, präsent.

   Wer sich mehr für Fantasy-, Science-Fiction- und Horrorliteratur begeistern kann, dem sei der deutsche Schriftsteller Wolfgang Hohlbein (* 1953) empfohlen. Mit 43 Millionen verkauften Büchern zählt er zu den erfolgreichsten Autoren Deutschlands.

   Schließlich möchte ich auf eines der besten und bedeutendsten Antikriegsbücher hinweisen, den Roman „Der bittere Lorbeer“ vom deutschen Schriftsteller Stefan Heym (1913 – 2001). Er hatte als eingebürgerter US-Soldat selbst an der Normandie-Invasion teilgenommen. Mit der 1948 in den USA erschienenen Originalausgabe des Romans begründete er seinen Weltruhm.

   Natürlich finden Sie unter „H“ viele weitere lesenswerte Bücher, und Schriftstellerinnen sind zahlreich vertreten: Ingrid Hahnfeld (* 1937), deutsche Schauspielerin, Schriftstellerin und Hörspielautorin; Elizabeth Haran (* 1954), australische Schriftstellerin, ihr bisher erfolgreichstes Werk „Im Tal der flammenden Sonne“ (2007) stand 11 Wochen an der Spitze der Spiegel-Bestsellerliste; Kristin Hannah (* 1960), US-amerikanische Schriftstellerin von Liebesromanen; Maeve Haran, englische Journalistin, Schriftstellerin und Fernsehautorin; Gaby Hautptmann (* 1957), deutsche Schriftstellerin und Journalistin; Constance Heaven (1911 – 1995), britische Schriftstellerin; Elke Heidenreich (* 1943), deutsche Schriftstellerin, Literaturkritikerin, Kabarettistin, Moderatorin und Journalistin.

Jürgen Pufe, 07.04.2021

 

Notizen aus der Gemeindebibliothek Neupetershain (VIII)

Aus dem Bereich Belletristik ist heute das „G“ der alphabetischen Reihenfolge nach dran. Ich habe stellvertretend neun Autoren ausgewählt.

Anne Golon (1921 – 2017): Der französischen Schriftstellerin gelang mit ihrer Romanserie über die Heldin Angelique eine der größten Bucherfolge des 20. Jahrhunderts (mehr als 150 Mill. Exemplare in 45 Sprachen). Der erotische Geschichtsroman „Angelique“ (900 Seiten, zwei Bände) wurde nicht in Frankreich, sondern 1956 in Deutschland zuerst veröffentlicht. Der überwältigende Erfolg ermutigte Anne Golon zu einer ganzen Romanreihe, deren letzter Band den Titel „Angelique triumphiert“ trägt. Durch ein dreijähriges Milieu- und Quellenstudium in Versailles und weitere Recherchen bestens gewappnet lässt uns die Schriftstellerin Einblicke in fast alle Gesellschaftsbereiche Frankreichs zur Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XIV. nehmen.

In der Gemeindebibliothek finden Sie insgesamt 14 Bände der Angelique-Reihe.

Noah Gordon (* 1926): US-amerikanischer Schriftsteller, der unter anderem mit seinen Romanen um die fiktive Mediziner-Dynastie der Familie Cole international sehr erfolgreich war. Zum „Familie Cole“-Zyklus gehören „Der Medicus“ (s. Abb.), „Der Schamane“ und „Die Erben des Medicus“ (alle zur Ausleihe bereit).

Graham Greene (1904 – 1991): Britischer Schriftsteller, der als Journalist begann, sich dann zum Romancier, Dramatiker und Drehbuchautor entwickelte und auch Reiseliteratur, Essays und Kinderbücher verfasste. Von den 11 Büchern Graham Greenes, die wir in der Bibliothek haben, will ich den Roman „Das Herz aller Dinge“ (1948) hervorheben, der in die Liste der 100 besten englischsprachigen Romane des 20. Jahrhunderts aufgenommen wurde. Die Hauptfigur des Romans ist der Polizist Scobie im kolonialen Westafrika während des 2. Weltkrieges.

Diana Gabaldon (* 1952): US-amerikanische Autorin. Bekannt wurde sie durch ihre Romanserie „Highland-Saga“, von der wir die Bücher 1 bis 7 ausleihen können.

Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (um 1622 – 1676): Deutscher Schriftsteller, er stammt aus einer verarmten Adelsfamilie, die im thüringischen Dorf Grimmelshausen an der Werra ansässig war.

Sein Hauptwerk „Der abenteuerliche Simplicissimus“ (1668/69) ist ein barocker Roman von vitaler Vielseitigkeit, dessen Handlung im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) und in der verwilderten und zerfallenen deutschen Gesellschaft danach spielt.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832): Deutscher Dichter und Naturforscher. Natürlich muss man beim Buchstaben „G“ auf den bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung verweisen, dessen Namen zum Beispiel viele Schulen in Deutschland tragen und trugen, so auch die Neupetershainer Schule, die nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg im Jahre 1949 wieder ihren Schulbetrieb aufnahm. Vielleicht möchten Sie auch mal wieder Goethe lesen:

Goethes Poetische Werke“ in 10 Bänden.

Günter Grass (1927 – 2015): Deutscher Schriftsteller, Nobelpreis für Literatur 1999.

Die Blechtrommel“ (1959), sein Debütroman, der zur Danziger Trilogie neben „Katz und Maus“ und „Hundeleben“ gehört, machte ihn international bekannt und ist auch dank der Verfilmung durch Volker Schlöndorff (1979, ausgezeichnet mit einem Oscar und der Goldenen Palme in Cannes) der vielleicht bekannteste Roman von Günter Grass.

Unter „G“ finde ich zwei weitere Nobelpreisträger für Literatur:

John Galsworthy (1867 – 1933): Englischer Schriftsteller und Dramatiker, NP 1932.

Die Forsyte-Saga“, Bücher 1 bis 6

William Golding (1911 – 1999): Britischer Schriftsteller, NP 1983.

Papier-Männer“, Roman 1984

In einer weitere Abteilung der Gemeindebibliothek findet man Sachbücher zum Thema Archäologie, so zum Beispiel:

Abenteuer Archäologie“, ein exzellentes und reich bebildertes Lehrbuch der „grabenden“ Wissenschaft.

Ausgrabungen in aller Welt

Den sieben Weltwundern auf der Spur“ (Zeus-Standbild zu Olympia/Artemis-Tempel in Ephesos/Mausoleum Harlikarnassos/Koloss von Rhodos/Hängende Gärten von Babylon/Leuchtturm von Alexandria/Pyramiden von Gizeh)

Götter, Gräber und Gelehrte“, ein Roman der Archäologie

Jürgen Pufe, 04.03.2021

 

Notizen aus der Gemeindebibliothek Neupetershain (VII)

   Über die Geschichte der Gemeindebibliothek, die zum Beispiel auch mal Zentralbibliothek Neupetershain genannt wurde, ist relativ wenig bekannt. Aus Gesprächen mit Neupetershainern ergibt sich die folgende Historie:

   Anfänge einer Bibliothek sind mit der damals neu erbauten Schule (1903 Einweihung), die nach ihrer Zerstörung im 2. Weltkrieg 1949 wiedereröffnet wurde und den Namen „Goethe-Schule“ erhielt, verbunden, denn neben der Aula befand sich der Bibliotheksraum. Ob es schon vorher eine öffentliche Bibliothek gab oder wann sie gegründet wurde, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls gab es sie etwa zwischen 1955 und 1970 in der Schule.

   Danach ist sie in die Ernst-Thälmann-Straße 7 umgezogen (heute Ferienwohnung). Ehemalige Leserinnen können sich daran mit Sicherheit erinnern.

   Ab etwa 1974 finden wir sie in der Schulstraße 1, Ecke Spremberger Straße, wo sie zunächst von Mitarbeiterinnen der Gemeindeverwaltung betreut wird. Ab 1981 übernimmt die Bibliothekarin Frau Fichtner die sachkundige Verwaltung.

   1990 zieht sie erneut um, nämlich in die Kellerräume des „Rathauses“, wo Frau Hanschke und Frau Fichtner neben ihrer Videothek auch die öffentliche Bibliothek betreiben. Im „Rathaus“ bleiben die Bücher bis 2015, aber mindestens ab 2004 in Erdgeschoss-Räumen, ehemaligen Büros der Gemeindeverwaltung. Die Leitung der Gemeindebibliothek liegt nun in den Händen von Frau Falkenstein.

   Seit 2015 befindet sich die Gemeindebibliothek wieder in einem ehemaligen Klassenraum des Schulgebäudes, womit sich der historische Kreis schließt.

Aus der Belletristik-Abteilung wähle ich heute das F wie Faulkner.

William Faulkner (1897 – 1962) gilt als der bedeutendste US-amerikanische Romancier des 20. Jahrhunderts und erhielt 1950 (rückwirkend für 1949) den Nobelpreis für Literatur. Das verschaffte ihm endlich finanzielle Unabhängigkeit und eine allgemeine Bekanntheit. Seine Werke gehören zur Weltliteratur.         

Das Dorf“ (1940, 1. Band der Snopes-Trilogie)

Die Stadt“ (1957, 2. Band der Snopes-Trilogie)

Das Haus“ (1959, 3. Band der Snopes-Trilogie)

In dieser Trilogie über den Emporkömmling Flem Snopes kann man die anspruchsvolle Erzähltechnik Faulkners kennenlernen (wechselnde Erzählperspektiven, nicht chronologisch ablaufende Handlung, keineswegs nur kurze und schmucklose Sätze, handfeste Charaktere).

Von den insgesamt in der Bibliothek vertretenen 16 Faulkner-Bänden sind auf dem Foto noch folgende dargestellt:

Licht im August“ (1932), der erste Roman Faulkners, der 1935 auf Deutsch herauskam und der bis heute als der meistgelesene Roman Faulkners gilt. Die Handlung spielt wie auch z. B. in den drei Bänden der Snopes-Trilogie und dem Roman „Requiem für eine Nonne“ (1951) im fiktiven Yoknapatawpha County im Bundesstaat Mississippi, in und um die Kleinstadt Jefferson.

Die Freistatt“ (1931), ein handfester Kriminalfall rund um ein Sexualverbrechen, um religiöse Heuchelei und Rassismus.

Von den 11 bei uns vorhandenen Bänden des Bestseller-Autors Ken Follett stelle ich vor:

Kinder der Freiheit“ (2014), historischer Roman und 3. Teil der Trilogie „Die Jahrhundert-Saga“; erzählt werden die Geschichten verschiedener Familien.

Die Bände „Sturz der Titanen“ und „Winter der Welt“ der o. g. Trilogie haben wir auch.

Kinder von Eden“ (1998), Mitglieder einer kleinen Kommune im Bundesstaat Kalifornien planen einen terroristischen Anschlag: Sie wollen ein Erdbeben auslösen, falls der Bau sämtlicher Kraftwerke in Kalifornien nicht gestoppt wird …

Ken Follett (*1949) ist ein britischer Schriftsteller, der durch seinen Roman „Die Nadel“ (steht auch bei uns im Bücherregal) bekannt wurde. Der Roman wurde in 30 Sprachen übersetzt, verfilmt und zwölf Millionen Mal verkauft. Ken Follett verfasst seine Werke in klassischer Thriller-Dramaturgie.

Beim Buchstaben F muss natürlich auch an den „Haus- und Hofdichter“ der Mark Brandenburg Theodor Fontane (1819 – 1898) erinnert werden, über den anlässlich seines 200. Geburtstages viel geschrieben und gesprochen wurde. Besser wäre natürlich, man liest auch seine Werke.

Für alle LeserInnen, die historische Romane lieben, sei die Autorin Katia Fox (* 1964) empfohlen.

Sie ist eine deutsche Autorin, deren Interesse vor allem dem englischen Hochmittelalter gilt. Ihr Roman „Das kupferne Zeichen“ ist ein spannender und farbiger Mittelalterroman um Liebe, Intrige, Hass, starke Frauen und Ritterlichkeit.

Jürgen Pufe, 04.02.2021

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Notizen aus der Gemeindebibliothek Neupetershain (VI)

Zitat Umberto Eco:

“Wer nicht liest, wird mit 70 Jahren nur ein einziges Leben gelebt haben: Sein eigenes. Wer liest, wird 5000 Jahre gelebt haben … Denn Lesen ist eine Unsterblichkeit nach hinten.“

Womit wir beim Buchstaben „E“ der Belletristik-Abteilung angelangt wären. Mit seinem ersten Roman „Der Name der Rose“ (1980 ersch.) ist der italienische Philosoph, Kolumnist und Medienwissenschaftler Umberto Eco [1932 – 2016] auch als Schriftsteller weltweit berühmt geworden. „Der Name der Rose“ ist ein historischer Kriminalroman, in dem der Franziskanerpater William von Baskerville (in einer bekannten Verfilmung von 1986 von Sean Connery gespielt) eine Reihe mysteriöser Morde in einer italienischen Benediktinerabtei von 1327 aufklären will.

Einige weitere Empfehlungen:

Marc Elsberg [*1967]: „Blackout – Morgen ist es zu spät“ (2012 ersch.)

Der österreichische Schriftsteller erzählt in seinem Technik-Thriller während eines Zeitraumes von zwei Wochen von den katastrophalen Auswirkungen eines großflächigen Stromausfalls in Europa.

Für die Freundinnen und Freunde des historischen Romans:

Sabine Ebert [*1958]: „Das Geheimnis der Hebamme“ (2006 ersch.)

                                        „Die Spur der Hebamme“ (2007 ersch.)

Die deutsche Schriftstellerin führt uns in das Sachsen des 12. Jahrhunderts. Zitat S. Ebert:

„In meinen Romanen möchte ich ein Stück deutscher Geschichte so genau und spannend wie möglich nacherlebbar machen.“

David Eddings [1931 – 2009], US-amerikanischer Fantasy-Autor: Die Tamuli-Trilogie

                                                     „Die schimmernde Stadt“ (Band 1, 1992)

                                                     „Das leuchtende Volk“ (Band 2, 1993)

                                                     „Das verborgene Land“ (Band 3, 1994)

Tamuli gibt es wirklich, es ist eine archäologische Stätte auf Sardinien, mit drei Gigantengräbern.

Ob die Tamuli-Trilogie damit etwas zu tun hat, finden Sie am besten selbst heraus.

Weiterhin:

Nicholas Evans [*1950], englischer Schriftsteller und Journalist:

                                           „Wenn der Himmel sich teilt“ (2005 ersch.)

In den Rocky Mountain findet man die eingefrorene Leiche einer wegen Mordes und Öko-Terrorismus´ gesuchten jungen Frau …

Ilja Ehrenburg [1891 – 1967], russischer Journalist und Schriftsteller:

                                                     „Der Fall von Paris“ (1942 ersch.)

Der Roman über das altmodische, provinzielle Frankreich von 1936 bis 1940 gilt als eine wertvolle dokumentarische Darstellung. Vielleicht gab Ilja Ehrenburgs Kuraufenthalt in Paris, wo er auch seine spätere Frau kennenlernte, den Anstoß dazu.

Wer sich neben der Belletristik für verschiedene Sachgebiete interessiert, der sei heute auf den Bereich Medizin und Gesundheit hingewiesen.

Jürgen Pufe, 06.01.2021

                  

                                          

Notizen aus der Gemeindebibliothek Neupetershain (V)

Aus unserer Abteilung „Zeitgeschehen und Zeitgeschichte“ stelle ich heute 4 aktuelle Bücher vor, die uns bei der Orientierung im Dickicht von Wahrheiten, Halbwahrheiten und Falschinformationen helfen können.

Im soeben erschienen Buch „Die Zerstörung Amerikas“ schildert uns Elmar Thevessen (deutscher Fernsehjournalist und Autor), wie Donald Trump sein Land und die Welt für immer verändert.

Ebenfalls 2020 erschien das Buch „Welche Zukunft wollen wir?“ von Bestseller-Autor Walter Kohl (deutscher Historiker, Unternehmer und Autor). In seinem leidenschaftlichen Plädoyer für eine Politik von morgen entwickelt der Autor einen 12-Punkte-Plan, wie wir unsere Zukunft gestalten und den notwendigen Mentalitätswandel erreichen können.

Der britische Historiker Peter Frankopan analysiert in seinem 2019 erschienen Buch „Die neuen Seidenstraßen“ den Wiederaufstieg Asiens – und den Beginn einer neuen Epoche.

Den weltweit spürbaren Klimawandel mit seinen Folgen nehmen sich Professor Harald Lesch (deutscher Astrophysiker, Naturphilosoph und Wissenschaftsjournalist) und Klaus Kamphausen (deutscher Dokumentarfilmer und Autor) zum Anlass, über unser Handeln für eine Welt, in der wir leben wollen, in dem Band „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ [2019] nachzudenken.

Um die sehr umfangreiche Belletristik-Abteilung der Gemeindebibliothek vorzustellen, nehme ich mir heute den Buchstaben D vor und empfehle exemplarisch 4 Bände:

Utta Danella [1920 – 2015, deutsche Schriftstellerin]: „Wo hohe Türme sind“ (Roman 1993)

Charles Dickens [1812 – 1870, englischer Schriftsteller]: „David Copperfield“ (autobiographisch

geprägter Bildungsroman, 1850, Weltliteratur)

Fjodor M. Dostojewski [1821 – 1881, einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller]: „Die Brüder Karamasow“ (Roman 1880, Weltliteratur)

Friedrich Dürrenmatt [1921 – 1990, schweizer Schriftsteller, Dramatiker, Maler]: „Der Richter und sein Henker“ (Kriminalroman 1951) und „Die Panne“ (Erzählung 1956) in einem Band.

Jürgen Pufe, 19.11.2020

 

 

 

 Notizen aus der Gemeindebibliothek Neupetershain (IV)

Die Abteilung der Belletristik, deren Autorinnen und Autoren mit „C“ beginnen, umfasst in unserer Gemeindebibliothek 110 Bände. Von diesen stehen heute neun Bücher im Mittelpunkt. Miguel de Cervantes Saavedra (1547 – 1616) gilt als Spaniens Nationaldichter und schuf mit „Don Quijote“ ein „ewiges“ Werk der Weltliteratur. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von zwölf Novellen, die sich auch auf Ereignisse aus seinem Leben beziehen. Cervantes sieht sich dabei als Erster, der die Gattung der Novelle in der spanischen Literatur anwendet. Die wohl bekannteste Novelle in der zweibändigen Ausgabe der Abenteuer des selbsternannten Ritters Don Quijote ist der Kampf gegen die Windmühlen.
Der Schriftsteller Albert Camus (1913 – 1960) wurde 1957 für sein Gesamtwerk mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet und gilt als einer der bedeutendsten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts. In seinem 1942 erschienen Roman „Der Fremde“, der zu einem der meistgedruckten französischen Romanen des 20. Jahrhunderts wurde, erzählt Camus die Geschichte eines Mannes, der zum Mörder wurde und in seiner Gefängniszelle auf die Hinrichtung wartet. „Der Fall“, 1956 erschienen, ist Camus´ letzter vollendeter Roman, dessen Geschichte in Amsterdam angesiedelt ist und in der ein selbsternannter „Bußrichter“ einem Fremden seine Vergangenheit als Anwalt offenbart.
Die folgenden fünf Werke stammen von zeitgenössischen Autorinnen und Autoren.
Der amerikanische Schriftsteller Harlan Coben, geboren 1962, ist mit seinen Thrillern international bekannt geworden. Die Zeitung Huffington Post schrieb: „Harlan Coben ist einer der größten seiner Zunft.“ Im Jahre 2017 erschien der Thriller „In deinem Namen“ , in dem es um den Highschool- Schüler und späteren Detektiv Nap Dumas geht, dessen Leben sich im letzten Jahr der Highschool für immer verändert, weil sein Zwillingsbruder, dessen Freundin und seine große Liebe Maura spurlos verschwinden …
Der 2012 veröffentlichte Roman „Der männliche Makel“ von der 1969 geborenen irischen Bestsellerautorin Claudia Carroll berichtet vom Leben der Eloise Elliot, in deren Leben kein Platz für einen Mann ist. Deshalb lässt sie sich künstlich befruchten … Übrigens arbeitet Claudia Caroll auch erfolgreich als Theater- und TV-Schauspielerin.
Dem australischen Schriftsteller Frank Coates hat es das Thema Afrika besonders angetan, weshalb seine Romane „Der Ruf der Löwen“ (2007), „Die Tränen der Massai“ (2004) und „Der letzte Massai“ (2008) dort angesiedelt sind. Die Massai sind eine ostafrikanische Volksgruppe im Süden Kenias und Norden Tansanias. Im „Ruf der Löwen“ macht sich Ende des 19. Jahrhunderts Edwart Scott Grogan als erster Europäer auf, den Kontinent von Kapstadt bis Kairo zu durchqueren …
Hier noch einige weitere in der Gemeindebibliothek vertretene Schriftsteller mit „C“, die international bekannt geworden sind:
Erskine Preston Caldwell (1903 – 1987), amerikanischer Schriftsteller.
Italo Calvino (1923 – 1985), einer der bedeutendsten italienischen Schriftsteller, viele seiner Bücher sind heute Volksgut und Schullektüre.
Truman Capote (1924 – 1984), amerikanischer Schriftsteller, wurde als wichtigster Nachwuchsautor seiner Generation gefeiert.
Tracy Chevalier (1962 geboren), amerikanische Schriftstellerin, die vor allem durch ihre historischen Romane bekannt wurde.
Paulo Coelho (1947 geboren), brasilianischer Schriftsteller und Bestsellerautor, sein bekanntester Roman „Der Alchimist“ wurde in 81 Sprachen übersetzt.
Bernhard Cornwell (1944 geboren), britischer Schriftsteller, der vor allem durch seine Sharpe-Reihe über die Abenteuer des englischen Soldaten Richard Sharpe während der Napoleonischen Kriege bekannt wurde.

Jürgen Pufe, 25.09.2020

GemBibliothekNph15 1

GemBibliothekNph15 2

GemBibliothekNph14 1

GemBibliothekNph14 2

GemBibliothekNph13

Notizen aus der Gemeindebibliothek Neupetershain (21.11.2019)

 Die Anzeige, dass am 27.03.2020 im Gut Branitz eine Autorenlesung aus dem historischen Roman „Die Wanderhure und die Nonne“ von Iny Lorentz geplant ist, erinnerte mich daran, meine Leserinnen und Leser auf das umfangreiche Angebot an Romanen vom sehr erfolgreichen Schriftsteller-Ehepaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath hinzuweisen, das in der Gemeindebibliothek Neupetershain zur kostenlosen Ausleihe bereitsteht. Ja, Sie haben richtig gelesen: Hinter dem Pseudonym Iny Lorentz verbirgt sich das genannte deutsche Schriftsteller-Ehepaar, das auch eine Reihe anderer Pseudonyme wie Nicola Marni, Mara Volkerts und Sandra Melli verwendet. [Quelle: Wikipedia]

Einige aktuelle Neuerwerbungen will ich Ihnen noch vorstellen: 1. „Selbstverbrennung“ von Hans Joachim Schellnhuber mit dem Untertitel „Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff“. Der weltbekannte Klimaforscher fügt auf atemberaubende Weise wissenschaftliche Einsichten, aufschlussreiche persönliche Erinnerungen und schonungslose politische Analysen zu einem literarischen Meisterstück zusammen. 2. Brandneu ist das Buch „Was jetzt auf dem Spiel steht“ von Michail Gorbatschow, Untertitel: „Mein Aufruf für Frieden und Freiheit“. Zitat aus dem Umschlagtext: „Der Mann, dem wir das Ende des Kalten Krieges verdanken, sieht den Weltfrieden wieder in höchster Gefahr.“ 3. Gerhard Schröder: „Entscheidungen – Mein Leben in der Politik“. Sie erfahren die persönliche Sicht des Mannes, der die Bundesrepublik aus jahrelanger politischer Erstarrung führte. 4. Das ebenfalls gerade erschienenen Buch „Herbstbunt“ von Thomas Gottschalk, in dem der legendäre Entertainer in heiter-ironischer Weise über das Älterwerden nachdenkt, zeigt, dass er neben seinen bekannten Talenten auch das zum unterhaltsamen Schriftstellern hat.

Jürgen Pufe, 16.10.2019

 Notizen aus der Gemeindebibliothek Neupetershain (26.4.2019)

Heute stelle ich Ihnen Dorothea Renata Budniok vor, die am 5. März 1919 (100. Geburtstag) in Dresden geboren wurde, ihre Kindheit in Neupetershain verbrachte und ab 1972 bis zu ihrem Tode am 10. September 1989 wieder in Neupetershain in der Altdöberner Straße wohnte. Versteckt hinter Hecken kann man ihr Grab hier auf dem Friedhof finden.

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Die Ärztin, Dolmetscherin, Lektorin und Übersetzerin war schließlich als freischaffende Schriftstellerin tätig.

In ihrem Kriminalroman „Aber die Steine schweigen nicht …“ (1980), in dem es um zwei Morde in einem kleinen Ort an der südbretonischen Küste geht, verwendet die Schriftstellerin auch Impressionen aus Neupetershain, die man als Ortskundiger mühelos erkennt. Hier zwei Textbeispiele: „ … Gegenüber vom Bahnhof befand sich Charlies Gasthaus, ein hufeisenförmig angelegter Bau mit einer Terrasse und einem säulentragenden Altan. Der nach der Straße zu offene Komplex umfasste einen mit alten Linden bestandenen Vorplatz, auf dem im Sommer die Gäste verweilten. … “ (Seite 6, Ausgabe Mitteldeutscher Verlag)

„ … Sie bogen in eine mit hohen Eichen umsäumte Chaussee ein, an der eine Villa im Schweizer Stil auffiel. … “ (ebenda)

Die Gemeindebibliothek besitzt von diesem Roman auch einen Durchschlag des Originalmanuskripts der Schriftstellerin, natürlich mit der Schreibmaschine getippt.

PICT7925 1 Ihr historischer Roman „Verschwörung am Vesuv“ (1970) schildert in farbigen Bildern die Kämpfe des aufstrebenden Bürgertums im Neapel des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Der Kaufmannssohn Gennaro Buccoli stellt sich an die Spitze der Verschwörer …

Das Jugendbuch „Verschollen auf der Langusteninsel“ (1971) ist seinerzeit in der Reihe „Spannend erzählt“ des Verlages Neues Leben Berlin erschienen. Die abenteuerliche Geschichte des bretonischen Fischers Louis Herlédan beginnt 1927 mit seiner Überfahrt zur unbewohnten Kerguelen-Insel Saint Paul im südlichen Indischen Ozean, wo er zusammen mit einigen Landsleuten in der „Compagnie des Langoustes Francaises“ seinen Lebensunterhalt verdienen will. Er kann nicht ahnen, dass der Aufenthalt auf der Insel zur schrecklichsten Zeit seines Lebens werden soll …

In der Nr. 16 der „Neupetershainer Blätter“ von J. Schneider kann man Weiteres über Dorothea Renata Budniok erlesen (z. B. mittwochs von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr in der Gemeindebibliothek).

Wenn Sie weitere Bücher von ihr besitzen, z. B. „Aufstand in Sizilien“ (1979), „Das Mädchen von Perpignon“ (1973), „Entscheidung in Rom“, „Mord an der Hochzeitstafel“, und diese der Gemeindebibliothek zur Verfügung stellen wollen (Leihgabe, Geschenk), sind wir sehr gern bereit, diese in den Bestand zur Ausleihe aufzunehmen.

Jürgen Pufe, 26.04.2019

 

Notizen aus der Gemeindebibliothek Neupetershain

Mit den folgenden Notizen aus der Gemeindebibliothek will ich erneut Ihre Neugier auf Bücher und die Lust am Lesen entfachen. Während es im letzten Artikel um Bücher des Verlages Das Beste ging, will ich zunächst daran erinnern, dass Neuzugänge an Büchern in der Bibliothek vorn auf dem Tisch präsentiert werden.

 Dort finden Sie zum Beispiel die beiden Bestseller von Michael Wolf und James Comey über den US-amerikanischen Präsidenten Trump. Oder wer es lieber romantisch mag, kann sich an die Romane der erfolgreichen Autorin Catherine Cookson halten.

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 Sollten Sie zu den Eltern gehören, die das Eine oder Andere über die auch bedenklichen Seiten Ihrer digitalen Welt und der Ihrer Kinder wissen wollen, empfehle ich das Buch „Digitale Demenz“ von Manfred Spitzer.

 Nun noch ein ganz anderes Thema: Die vielen Berichte über die Festvorbereitungen zum 200. Geburtsjahr des Schriftsteller Theodor Fontane im Jahr 2019 brachten mich auf den Gedanken, mal nach Autorinnen und Autoren zu suchen, die im Jahre 2018 aus Anlass ihres 100., 150. oder 200. Geburts- oder Todesjahres hätten gefeiert werden können. Ich habe 52 solcher Jubilare gefunden, die sich natürlich nicht alle in unserer bescheidenen Gemeindebibliothek wiederfinden. Aber diejenigen der Jubilare, die mit ihren Werken auch in unseren Regalen stehen, will ich Ihnen kurz vorstellen:

James Aldridge, * 10.07.1918 in White Hills, Australien, † 20.02.2015 in London, verwendet in seinen Romanen und Erzählungen seine Erfahrungen als Kriegsreporter, „Ein Pony für zwei“, „Der unberührbare Julian“

Fred Bodsworth, * 11.10.1918 in Port Burwell, Ontario, † 15.09.2012 in Toronto, kanadischer Schriftsteller, Journalist und Amateurnaturforscher, viele seiner Bücher enthalten Tiergeschichten, „Der letzte Eskimobrachvogel“

Eduard Graf von Keyserling, * 02.05.1855 in Tels-Paddern, Kurland, † 28.09.1918 in München, deutscher Schriftsteller und Dramatiker des Impressionismus, „Schwüle Tage“

Hildegard Maria Rauchfuß, * 22.02.1918 in Breslau, † 28.05.2000 in Leipzig, deutsche Schriftstellerin, „Mit dem linken Fuß zuerst“, „Schlußstrich“, „War ich zu taktlos, Felix ?“

Upton Beall Sinclair, * 20.09.1878 in Baltimore, Maryland, † 25.11.1968 in Bound Brock, New Jersey, US-amerikanischer Schriftsteller (fast 100 Bücher), „Öl !“

Adalbert Stifter, *23.10.1805 in Oberplan, Böhmen, †28.01.1868 in Linz, österreichischer Schriftsteller, Maler und Pädagoge, gehört zu den bedeutendsten Autoren des Biedermeier, „Stifters Werke in vier Bänden“, Band 1, 2, 3 und 4

Johannes Tralow, *02.08.1882 in Lübeck, †27.02.1968 in Ost-Berlin, deutscher Romancier, Erzähler, Dramatiker und Publizist, „Malachatun“, „König Neuhoff“

Iwan Sergejewitsch Turgenjew, * 09.11.1818 in Orjol, Russland, † 03.09.1883 in Bougival, Frankreich, bedeutender russischer Schriftsteller, „Erste Liebe“, „Frühlingsfluten“, „Väter und Söhne“

Arnold Zweig, * 10.11.1887 in Glogau, Schlesien, † 26.11.1968 in Ost-Berlin, deutscher Schriftsteller, „Die Feuerpause“, „Die Zeit ist reif“, „Einsetzung eines Königs“, „Junge Frau von 1914“, „Erziehung vor Verdun“, „Fahrt zum Acheron“

[Anmerkung: Zum Teil findet man zu den Daten abweichende Angaben; die mit „ “ gekennzeichneten Bücher kann man bei uns ausleihen.]

Also, mal wieder ein Buch lesen. Wir haben für Sie immer mittwochs von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr in der Schulstraße (ehem. Schule) geöffnet. Die Ausleihe ist für alle Altersgruppen kostenfrei.

Jürgen Pufe

25.09.2018

Weitere Notizen aus der Gemeindebibliothek Neupetershain

                „1859 besucht der Brandenburger Schriftsteller und Journalist Theodor Fontane

                den Spreewald. Fasziniert beschreibt er in seinen Artikeln und Büchern das

                Füllhorn an Möglichkeiten, das der Spreewald einem Reisenden bietet. Anlässlich

                seines 200. Geburtstages am 30. Dezember 2019 würdigen die Brandenburger

                allerorten ihren berühmten Autor mit einem Themenjahr.“

               [ Zitat aus „hermann“, Ausgabe 09/2018, Seite 21 ]

Und was kann die Gemeindebibliothek zum Festjahr „fontane 200“ beitragen ?

Sie kann Literatur von Theodor Fontane anbieten und dazu auffordern, das eine oder andere Werk, welches die Bibliothek in ihrem Bestand hat, auszuleihen und zu lesen. Es sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass die Anmeldung als Leserin/Leser, egal welchen Alters, und die Ausleihe in der Gemeindebibliothek Neupetershain kostenfrei sind.

In der „Fontane-Abteilung“ findet man das Folgende:

1„Wanderungen durch die MarkBrandenburg" Bd. 1 und 2

- mit warmer Anteilnahme schildert F. die heimatliche Landschaft mit ihren Menschen als auch istorische Persönlichkeiten und Begebenheiten anschaulich und poetisch reizvoll, damit wurde F. als Prosaschriftsteller bekannt

2.Effi Briest“

- der wohl bekannteste Beitrag Fontanes zur Weltliteratur, in diesem Roman wendet er sich mit den künstlerischen Mitteln des kritischen Realismus gegen die verlogene Gesellschaftsmoral der oberen Schichten im ausgehenden 19. Jahrhundert 

3.„Frau Jenny Treibel“ - Roman über die Besitzgier der Parvenüs der Gründerjahre

4.„Wanderungen durch England und Schottland“, Band 2

5.„Jenseits von Havel und Spree“

6.„Jenseit des Tweed“

7.„Unterm Birnbaum“

8.„Cecile“

9.„Schach von Wuthenow“

10."Der Stechlin“

- während die Romanhandlung Dichtung und Wahrheit ist, gibt es den gleichnamigen See mit dem sprichwörtlich klaren Wasser bekanntlich wirklich

11.„Irrungen Wirrungen“

12.„Quitt“

13.„Unwiederbringlich“

14.„Von Rheinsberg bis zum Müggelsee“

Theodor Fontane ( * 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin) gilt als bedeutendster deutscher kritisch-realistischer Romancier, Erzähler, Lyriker, Balladendichter, Kritiker und Journalist des 19. Jahrhunderts. Er gab 1849 seinen Apothekerberuf auf und versuchte, als freischaffender Schriftsteller zu leben. Seine humanistische Grundhaltung war die Basis für deine durchweg kritische Sicht der gesellschaftlichen Umwelt, seine Werke widerspiegeln seine Wirklichkeitstreue und vorurteilsfreie Objektivität. Zitat Schriftstellerlexikon: „Fontane hat dem deutschen Roman wieder weltliterarischen Rang gegeben.“

Ein Höhepunkt des Festjahres „fontane 200“ dürfte die Aufführung der Oper „Effi Briest“ von Siegfried Matthus im Herbst 2019 im Staatstheater Cottbus werden.

Fontane über sich selbst: „Mein Hass gegen alles, was die neue Zeit aufhält, ist in einem beständigen Wachsen, und die Möglichkeit, ja die Wahrscheinlichkeit, dass dem Sieg des Neuen eine furchtbare Schlacht vorangehen muss, kann mich nicht abhalten, den Sieg des Neuen zu wünschen.“

Jürgen Pufe, 21.01.2019

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